Flucht in die Natur: Eine Nacht am See II

"It is in the still silence of nature where one will find true bliss."
Unbekannt

Mir fällt es gerade wirklich schwer, meine Erinnerungen und Gefühle in Worte zu fassen. Fühlt es sich doch gerade, als ich diese Zeilen schreibe, doch schon wieder so unendlich weit weg an.

Dabei ist es noch keine Woche her, dass ich beschlossen habe, dass ich unbedingt raus muss. Und weil Reisen nach wie vor nicht in Frage kam und die üblichen Wanderungen und Spaziergänge nicht mehr ausreichend scheinen… am besten auch über Nacht.

Weit weg sind wir dafür nicht gereist. Genau genommen lagen zwischen unserem zu Hause und unserem Ziel, dem See, nur höchstens ein Kilometer Fußmarsch. Doch sobald ich mich in den Sand setzte, die Geräusche der Natur auf mich wirken ließ und meine Sinne einfach nur noch in die Natur vertiefte, war es doch als wäre ich irgendwie ganz weit weg.

Im Gepäck hatten wir unser Zelt, das seit September letzten Jahres in der Garage verstaubte, unsere Matratze und die dicken Schlafsäcke. Und natürlich Kenai.

Und so wurde es ein wunderschöner, ruhiger Abend. Der See war spiegelglatt, kein Lüftchen wehte und ich schaute einfach nur über’s Wasser und genoss den Moment.

Als es dann schließlich dunkel war, zogen wir uns in unser Zelt zurück, dabei nur noch begleitet von den Geräuschen der Nacht. Ich lauschte in die Stille, versuchte zu erkennen, welche Vögel da immer noch so munter waren (meist war es der Kuckuck…der wollte gar keine Ruhe geben und den erkenne selbst ich am Ruf! :D) und wartete, ob ich denn auch noch andere Tiere hören würde. Irgendwann wurde es dann totenstill an unserem See und ich  konnte dem Schlaf doch nicht mehr widerstehen.

Geweckt wurde ich am nächsten Morgen nicht etwa durch Vögelgezwitscher oder meinen Wecker (den baute ich erfolgreich in meinen Traum ein), sondern durch Dustins vorsichtige Frage, ob ich denn nicht langsam mal raus möchte…wenn ich Fotos machen wollte, müsste ich jetzt vielleicht schon anfangen…

Völlig verwirrt öffnete ich die Augen und war mit einem Schlag hellwach. Da wir nur das Innenzelt aufgebaut hatten, sah ich durch die durchsichtige Zeltplane schon, was draußen vor sich ging. Der Himmel stand in Flammen und ich war in unter einer Sekunde bereit und an meiner Kamera. Wenn das mal morgens vor der Arbeit auch so einfach gehen würde…

Wir verbrachten den Morgen dort, genossen die aufgehende Sonne und die immer wärmer werdenden Temperaturen, beobachteten die vielen Wasservögel, die den Tag mit lauten Rufen begrüßten und machten uns schließlich wieder auf unseren kurzen Heimweg.

Und das war sie – unsere (R)Auszeit. 12 Stunden in der Natur und mit dem Gefühl, dass alles ja doch ganz schön okay ist, wieder zurück in den Alltag.

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